Lang, lang ist’s her…
Ich war schon lange nicht mehr hier…
Ich weiß auch nicht so genau, warum ich in den letzten Monaten wieder keine Schreiblust hatte, wo ich doch früher immer mit Begeisterung diesen Blog geführt habe…
Das Studium fordert mich mehr, als ich das zugeben möchte – ich könnte fast sagen, es ÜBERfordert mich.
Da sind diese sturen Biochemiker, die absolut unrealistische Vorstellungen vom durchschnittlichen Studentenwissen haben und die lästigen Physiologie-Praktika, in denen man uns behandelt, wie kleine Kinder. Alles in allem lässt mir das wenig Zeit, an etwas anderes zu denken, als an die nächste Klausur und wie ich meinen Tag so effizient gestalten kann, wie möglich.
Daneben habe ich in den letzten Monaten endlich mal wieder ein paar Kilo abgenommen und fühle mich mit mittlerweile 63 Kilo sehr wohl. Ich mache einigermaßen regelmäßig Sport und das Rennradfahren macht auch nach drei Monaten noch Spaß.
Und dann ist da dieser Mann…ich fürchte, dass es bald vorbei sein könnte.
Ich habe ihn in einer dieser Partnerbörsen im Internet kennengelernt und seit über einem halben Jahr treffen wir uns regelmäßig, einmal pro Woche entweder bei ihm oder bei mir. Es macht Spaß – ich fühle mich so wohl bei ihm. Wir können über alles sprechen und diese Treffen sind der Ausgleich, den ich dringend nötig habe, um hier nicht regelmäßig durchzudrehen.
Vor ein paar Tagen meinte er dann, dass er eine Pause benötige…eine Pause? Von mir?
Ich habe keine Ahnung, woher das auf einmal kommt und warum er das tut – er hat mir nicht geantwortet, als ich ihn danach fragte…seit zwei Tagen herrscht absolute Funkstille. Obwohl ich versuche, es mir anders einzureden und irgendwo aus den hintersten Ecken noch ein wenig Stolz hervorzukramen, gelingt es mir einfach nicht.
Ich vermisse ihn schrecklich und die Vorstellung, ihn vielleicht nie wieder zu sehen, treibt mir schon wieder die Tränen in die Augen.
Aber ich kann ihn nicht kontaktieren – ich kann ihm nicht mehr diese Macht über mein Leben und mein Ego geben – kurz: Ich muss mich entlieben.
Ich fühle mich einsam, obwohl ich tolle Freunde habe, die auch dieses Fiasko mit mir durchstehen wollen und mich unterstützen, wo sie können.
Tief in mir ist da trotzdem die Hoffnung, dass er wirklich nur mal ein paar Tage für sich braucht um eventuell ein paar Dinge für sich selbst zu klären. Ich weiß nicht, was bei diesen Gedankengänge herauskommt und ich kann mich nur an dieses Fitzelchen Hoffnung klammern…
Trotzdem muss ich mich selbst mal wieder finden. Es kann nicht sein, dass ich mich einigle und abschotte, mich hinter dem Studium verstecke und vergesse, zu leben. Ich kann mich und mein Leben nicht von diesem einen Mann abhängig machen, sondern muss versuchen, irgendwie positiv zu denken und mich wieder ins Gleichgewicht bringen.
Ich habe keine Ahnung, wie ich das schaffen soll – zwischen Klausurstress und dem drohenden Physikum im Sommer – aber mir mal wieder Zeit für Pausen zu nehmen und wieder andere Bücher, als die Fachliteratur, zu lesen dürfte schon mal ein Anfang sein.
Vielleicht hilft es mir auch, mal wieder mit der Schreiberei anzufangen…
