Chirurg
Mir ist doch noch etwas eingefallen, das ich hier unbedingt noch loswerden möchte.
Ich habe mir vor ungefähr anderthalb Jahren den Fuß verknickt oder angestaucht (so genau lässt sich das jetzt auch nicht mehr sagen). Jedenfalls habe ich auf den Rat meiner Eltern gepfiffen, das Teil ein paar Tage hochzulegen und bin abends mit einem Verband zum Training gedackelt. Am nächsten Montag war jedenfalls wieder alles in Ordnung und ich konnte normal auftreten, ohne dass etwas weh tat.
Die Probleme gingen eigentlich erst los, als ich wieder Training hatte und wir Blocksprünge (am Netz auf und ab hüpfen) geübt haben. Das war offenbar eine zu hohe Belastung für den noch nicht wieder ganz genesenen Fuß. Danach tat es jedenfalls weh.
In der Hoffnung, dass es nach einer Weile wieder verschwinden würde, bin ich aber nicht zum Arzt gegangen. Das habe ich erst gemacht, als es nach zwei weiteren Monaten noch nicht besser geworden ist (und selbst dann musste meine Ma mich regelrecht in die Praxis prügeln). Meine liebe Kinderärztin (ja, ich war damals noch beim Kinderarzt) hat mich zu einem Chirurgen in der Nähe überwiesen.
Der Chirurg hat das ganze dann röntgen lassen und mir erklärt, dass er nichts auffälliges entdecken könne. Trotzdem hat er mir eine sündhaft teure Schiene für das linke Sprunggelenk verschrieben (mit Privatpatienten kann man’s ja machen).
Als es dann aber auch nicht besser wurde, bin ich wieder hin. Diesmal habe ich einen Zinkleimverband bekommen, der – abgesehen davon, dass es gar nichts geholfen hat – mich nicht nur beim Duschen behindert hat.
Nach diesem erfolglosen Behandlungsversuch habe ich es dann erst mal aufgegeben und bin nicht wieder dort hin gerannt (der soll sich seine Brötchen bitte mit anderen Patienten verdienen).
Das alles war aber noch auszuhalten, weil die kleine Mandy zu jenem Zeitpunkt noch privat krankenversichert war.
Der Mist ging dann los, als ich wegen des FSJ die Versicherung wechseln musste und somit bei der AOK landete. Während der Arbeit im Krankenhaus habe ich dann auch wieder Probleme mit dem Fuß bekommen, weil mir das viele Laufen acht Stunden lang nicht bekommen ist.
Nachdem ich diesmal gut eine Stunde gewartet habe (das Wartezimmer war leer und als Privatpatient habe ich nie länger als zwanzig Minuten dort rumgesessen), bekam ich noch mal eine Dosis Röntgenstrahlen verpasst (wieder kein Befund? Mensch, das überrascht mich jetzt aber! ), bevor er mir eine Überweisung zum MRT gegeben hat.
MRT ist ja auch so eine sache…man macht den Termin am besten zwei Monate im voraus, dann kann man sich sogar die Zeit raussuchen, ansonsten muss man nehmen, was man kriegt.
Als ich dann im Oktober endlich dran war, hat sich tollerweise hinterher auch noch rausgestellt, dass man auf den Bildern wohl nicht das erkennen könne, was man wollte (und das, obwohl die mich mit Kontrastmittel aus einer riesigen Spritze traktiert haben!). Ich durfte dort also noch mal antanzen und durfte noch eine unbequeme halbe Stunde auf der Liege verbringen.
Heute war der große Tag: Die Ergebnisse des MRTs sind eingetroffen.
Hatte ich erwähnt, dass ich Ärzte hasse? Der hat doch tatsächlich angefangen, mit irgendwelchen Fachbegriffen um sich zu werfen, von denen ich nur die Hälfte verstanden habe und von denen ich wiederum nur die Hälfte kannte (aber nur, weil ich mich schon ein wenig mit Medizin beschäftige und mir deshalb schon einiges angelesen habe). Im Endeffekt lief es dann auch noch darauf hinaus, dass der MRT-Befund eigentlich nichts auffälliges aufweist.
Ich habe heute also gut und gerne anderthalb Stunden in diesem stickigen Wartezimmer verbracht, in dem ich die Menschen schon am Geruch einschätzen konnte, wie oft sie sich duschen, nur um mir dann sagen zu lassen, dass es nichts zu sagen gibt?
Vermutlich hat der tolle Herr Doktor mir die Schachtel Ibuprofen auch nur deshalb gegeben, damit ich beruhigt und zufrieden wieder rausmarschiere. Danke, Schmerzmittel hab ich selber.
Und noch etwas: Die Erkenntnis hat mir heute eine harte Ohrfeige verpasst: Privatpatienten sind besser als gesetzlich versicherte.
Ich gebe zu, ich vermisse die Annehmlichkeit, als erster dran zu sein und damit Zeit zu sparen (auch wenn es mir ziemlich oft peinlich war, als letzte das Wartezimmer zu betreten und es als erste wieder zu verlassen). Aber diesen Luxus tausche ich liebend gern dagegen ein, dass arme Menschen, die es sich sowieso schon nicht leisten können, keine Praxisgebühr mehr zahlen müssen. Mir tun die 10 Euro nicht weh, die ich ja jetzt auch einmal im Quartal abdrücken darf. Aber es gibt leider immer noch so viele Menschen, die nicht zum Arzt gehen können, weil sie diese VERDAMMTE PRAXISGEBÜHR nicht zahlen können!
Wie auch immer, es hat vermutlich wenig Sinn, sich über die SINNlosigkeit des Gesundheitssystems in Deutschland aufzuregen, aber es ist echt bitter, dass Menschen, die eine feste Anstellung haben und deshalb gesetzlich versichert sein MÜSSEN (weil der Arbeitgeber sich weigert, die horrenden Beiträge der Privatversicherung zu zahlen), eine qualitativ schlechtere Behandlung bekommen, als die, die vielleicht durch den vermögenden Papi versichert sind (zu denen habe ich auch gehört, also Ruhe, ich weiß, wovon ich spreche) und damit noch nicht einmal etwas geleistet haben, dass diese Besserbehandlung auch nur im Entferntesten rechtfertigen würde.
Ende.
creativechaos89 sagte,
November 7, 2008 um 12:00
Ja, gesetzliche Versicherung ist schon scheiße. Nein, im Ernst, es geht eigentlich, und wenn man es gewohnt ist, macht es einem irgendwann nichts mehr aus, man ist es eben gewohnt, dass andere Leute reinkommen und gleich durchgehen dürfen, während man selbst schon seit zwei Stunden wartet. Was mich nervt sind eigentlich die Bestimmungen, wie beispielsweise, dass man schon ab 12 Jahren die Medikamente selbst zahlen muss (welcher Zwölfjährige hat ein eigenes Einkommen, mal von Taschengeld abgesehen?), oder das Krankenkassen die dümmsten Ideen haben, wenn es um medizinische Versorgung geht (Zahnarzt, ich brauchte neue Füllungen, die DAK übernimmt nur Amalgam-Füllungen, und da ich meinen Körper nicht weiter vergiften wollte, durfte ich 75 Euro für zwei Plastikfüllungen selbst blechen).
dr.rolf kaiser sagte,
April 21, 2009 um 11:41
wer hat das mrt gemacht ?
ein orhopäde oder radiologe ?
gibt es etwas schriftliches ?
mfg
kaiser
dr.rolf kaiser sagte,
April 21, 2009 um 11:43
was war das für ein mrt ?
röhre oder kühlschrank ?
wer hat den befund gemacht ?
mfg
kaiser