Was soll ich sagen…?
Okay, ich muss das jetzt ganz dringend mal loswerden: Ich will nicht mehr!
Habe gerade mit meinem Paps und meiner Ma gesprochen (genau genommen nur mit meinem Paps, meine Frau Mutter saß stumm daneben).
Na ja, seine Meinung war mir im Prinzip schon klar. Er will, dass ich das FSJ auf jeden Fall weiter mache. Argument: ‘Wir haben dafür ein Auto gekauft’. Ach nee, als ob ich das nicht wüsste. Aber ich seh das schon kommen. Ich quäl mich das nächste Jahr durch diesen Job, der mir nullkommagarkeinen Spaß macht, werde dabei einen guten Teil meiner Freunde verlieren, weil ich dauerhaft schlecht gelaunt und gereizt bin und dazu kommt, dass Erwan den Mist vielleicht auch nicht ewig mitmachen wird. Die Entfernung und die Aussicht auf die lange Trennung ist eigentlich auch so schon genug.
Aber was soll ich denn machen? Ich meine, wenn ich die Möglichkeit gehabt hätte, vorher zu testen, ob es was für mich ist, oder nicht, hätte ich das getan. Dann hätte ich sicherlich schon früher gemerkt, wie bescheuert es ist und wir hätten gar nicht erst ein Auto gekauft. Aber nun steht mein süßer kleiner AYGO nun mal vor der Tür und verliert praktisch täglich an Wert. Dazu kommen die Benzinpreise, die fast das gesamte Geld fressen, das ich mühsam verdiene.
Irgendwie muss ich bis zum 23. September durchhalten. Dann verschickt die ZVS die Bescheide und ich erfahre, ob ich nicht doch schon anfangen kann zu studieren – obwohl, ich habe ja nur noch in München, Leipzig und Rostock eine Chance. Nach Rostock will ich nicht mehr und nach München kann ich nicht…ist einfach zu teuer…bleibt ja nur noch Leipzig übrig und dafür brauch ich kein Auto.
Alles in allem kann ich wohl mit Fug und Recht behaupten, dass meine Situation (finanziell und psychisch) gerade ein wenig festgefahren ist. Ich weiß einfach nicht, was ich machen soll. Ich weiß nur definitiv, dass ich auf dieser Station garantiert kein ganzes Jahr bleiben werde.
Wahrscheinlich fragen sich jetzt eine Menge Leute: Was genau ist denn ihr Problem?
Gut, lasst mich kurz aufzählen:
- ich habe beim besten Willen keine Lust, alte Menschen zu verhätscheln. Wenn ich das gewollt hätte, hätte ich auch in die Altenpflege gehen können (ja, ich wiederhole mich).
- durch die Spätschichten verpasse ich mein Training (für Viele ist das vermutlich kein echtes Kriterium, weil es im Job nun mal nicht nach der persönlichen Freizeitgestaltung des Einzelnen geht, aber für mich ist es wichtig. FSJ ist zwar ziemlich nah dran, am Ernst des Lebens, aber ich habe nicht vor, mich in dieser Hinsicht einzuschränken – nicht für diesen Job.)
- wenn ich den Wechsel von Spätschicht auf Frühschicht habe, bekomme ich nicht mal sieben Stunden schlaf und es interessiert keinen (nebenbei: Mein Plan für die übernächste Woche: Spätschicht-Frühschicht-Spätschicht-Frühschicht-Frühschicht – klasse, oder?)
- wie ich netterweise erst kurz vor Beginn des FSJ erfahren habe, kann ich in den ersten drei Monaten keinen Urlaub nehmen, was soviel heißt, wie: Ich verpasse das Trainingslager im Oktober und ich kann Erwan frühestens im Januar besuchen – da hat er aber drei Wochen lang Prüfungen ergo sehe ich ihn frühestens im Februar 2009 wieder…ich könnt schon wieder heulen.
- am 15. September fängt für Erwan die Schule wieder an. Da hat er auch weniger Zeit und ich fürchte, wir haben nur noch selten die Gelegenheit, mal für eine Stunde per MSN zu reden.
Jap, Klein-Mandy ist im wahren Leben angekommen und hat entschieden, dass sie dafür jetzt noch nicht bereit ist. Ich bin erst 18. Ich habe noch mein ganzes Leben vor mir und werde davon vermutlich auch den größten Teil mit Arbeit verbringen – mit dem einfachen Unterschied, dass mir diese Arbeit dann tatsächlich auch Spaß machen wird.
Mein Vater wird unerträglich sein, wenn ich ihm mitteile, dass ich nicht mehr will. Das Argument, dass ich – sollte ich nicht studieren können und stattdessen Arbeiten gehe (zum Beispiel auf Tariflohnbasis bei der Post) – 1. vermutlich trotzdem ein Auto brauche, um zur Arbeit zu kommen und dass ich dann 2. auch noch besser verdiene und es sich somit mehr rechnet, wird er ignorieren. Er sagt es mir zwar nicht ins Gesicht, aber ich sehe an seinen Reaktionen, dass er wütend ist und allein von meiner bloßen Idee, das FSJ zu schmeißen, schon maßlos enttäuscht ist.
Ja, ich bin eine Memme. Na und? Ich habe ein Experiment gestartet und es ist schon nach der ersten Woche so gut, wie gescheitert. Vor anderthalb Wochen war ich noch unglaublich glücklich und jetzt könnt ich schon kotzen, wenn ich nur an den nächsten Tag denke.
Klamotten habe ich auch noch nicht und langsam fängt meine erste Garnitur an, zu müffeln. Danke auch!
franny1989 sagte,
September 8, 2008 um 12:03
naja,man sollte ja auch ab und zu experimente machen, die scheitern – wie soll man sonst lernen? wird schon alles … wieso willst du nicht nach rostock?