Strange…
Ich könnte heulen! Erwan ist wieder weg und ich sitze hier alleine in der Wohnung…
Aber es war schön, auch wenn ich eigentlich auf die Tränen am Ende verzichten könnte.
Am Sonntag war ich den ganzen Tag total aufgedreht und musste mich mit zwanghaftem Aufräumen ablenken. Am Abend konnte ich dann endlich etwas Konkretes unternehmen. Um neun ging es los nach Berlin, wo Erwan um halb zwölf ankommen sollte.
Zwar bin ich früh genug losgefahren, aber ich hatte nicht damit gerechnet, dass man in der Umgebung des Bahnhofes absolut KEINE Parkplätze finden konnte…also ab ins Parkhaus.
Total nervös stand ich dann am Bahnsteig – Wagen 5; endlich kam das Teil an und ich konnte Erwan nach 17 Tagen wieder in die Arme schließen.
Die nächsten zwei Tage verbrachten wir im Bett; nix für euch
Am Mittwoch musste ich dann um eins in Rochlitz auf der Matte stehen. Die Eröffnungsveranstaltung für mein FSJ stand an. Blöderweise ist die Zugverbindung nach Rochlitz nicht existent, was im Klartext heißt: Mit der Straßenbahn zum Hauptbahnhof; von dort aus dann mit dem Regionalexpress bis nach Geithain und dann den Provinzbus nach Rochlitz.
Tollerweise waren wir dann auch schon um zwanzig nach elf dort, anderthalb Stunden zu früh.
Während der Veranstaltung selbst kam ich mir dann eher wie bei einem Pflichtschulkonzert vor. Außerdem durfte Erwan nicht neben mir sitzen, sondern wurde auf die Seitenplätze für Familie, Freunde und Bekannte verbannt. Zu Beginn (im Übrigen auch zwanzig Minuten zu spät) erst mal zehn Minuten lang Danksagungen; dann zwei langsame Lieder eines so called ‚Liedermachers‘ und dann eine Präsentation rund ums FSJ (nicht, dass ich das nicht alles schon gewusst hätte). Zum Schluss, vor einem neuerlichen Auftritt des musikalischen Typens endlich die wesentlichen Informationen.
Anschließend sprinteten wir zu unserem Bus, damit wir noch in diesem Jahrhundert wieder in Leipzig ankommen würden.
Zurück in meinem Bett kam dann ein wenig Wehmut auf… nur noch ein paar Stunden und ich würde den größten Teil davon auch noch verschlafen, damit ich meinen Schatz auch in einem Stück nach Berlin schaffen würde.
Ich könnte mich abschießen! Wie kann ich nur so dämlich sein?!
Am Bahnhof hatten wir noch eine Menge Zeit, bevor der Zug kommen würde und um Erwan zu ärgern, klaute ich ihm sein Ticket und steckte es in meine Tasche…war eigentlich klar, dass wir das dann vergessen würden.
Fünf Minuten nachdem der Zug weg war, kam die SMS ‚You still have got my ticket…‘
Schock.
Adrenalin.
WAS sollte ich denn jetzt machen? Der erste Gedanke, war, hinterherfahren und ihm das Teil beim nächsten Stop zukommen zu lassen. Bei einem einfachen RE wäre das auch kein Problem gewesen, aber der ICE würde als nächstes in Frankfurt halten; außerdem musste ich zurück, mein Paps brauchte schließlich das Auto…
Ich war eine knappe halbe Stunde unterwegs, als die nächste Nachricht eintraf: ‚132 euro‘…ich glaub, ich dreh ab!
Beim nächsten Rasthof fuhr ich ab und rief ihn an, konnte dabei aber nicht verhindern, dass er meine Aufgelöstheit mitbekam.
Zu Hause erwartete mich dann mein Paps und hielt die Hände auf, um Autoschlüssel und Fahrzeugschein entgegen zu nehmen.
Tja, und dann saß ich da und konnte nichts mit mir anfangen. Zum Glück habe ich sein T-shirt, dass noch nach ihm riecht.
Um kurz nach zwölf rief mein Paps an. Ich solle doch mal probieren, ob man nicht etwas machen könnte, so dass wir wenigstens einen Teil des Geldes für das nicht benutzte Ticket zurück bekommen könnten.
Und wieder mal zeigte sich die Beklopptheit der Deutschen Bahn. Auf der Internetseite fand man keine Möglichkeit, Kontakt aufzunehmen…man konnte nur den Internetauftritt bewerten; keine Auskunft zu Fahrplänen und keine Beschwerden über Die Bahn. Super.
Zum Glück gibt es Doro. Nachdem ich es mit einer neuen Internetseite versuchte und endlich eine Telefonnummer zu sehen bekam, rief ich dort an. Nach der Warteschleife durfte ich dann endlich mit einem echten Menschen sprechen.
Ich schilderte der netten Frau mein Problem und die erklärte mir, ich solle zum Bahnhof gehen und mir dort auf dem Ticket bescheinigen lassen, dass Erwan das Teil nicht benutzt hat. Er solle sich vom Kontrolleur im Zug wiederum die Bestätigung dafür holen, dass er den teuren 132-€-Fahrschein benutzt hat.
Also rennt klein Mandy zum Bahnhof, wo sie den unfreundlich genervten Hinweis bekommt, dass die Tickets nicht von der DB sind und sie deshalb auch nicht zuständig seien. Da wird Kundenfreundlichkeit noch groß geschrieben!
Jetzt habe ich einen neuen Plan: Ich schicke Erwan das Ticket und er soll damit dann zum Bahnhof gehen und herausfinden, ob er etwas zurück bekommen kann.
Mal sehen, was das noch gibt…in ein paar Stunden wird Erwan endlich bei sich zu Hause ankommen. Vorher raffe ich mich allerdings noch auf, zum Training zu gehen…
Wäh x.x
Ich will nach Annecy…
franny sagte,
August 29, 2008 um 9:58
und? wann folgt der gegenbesuch?