Extreme Aufräuming

August 20, 2008 at 12:55 (Ich) (, , , , , , , , , , , , , , , , , , , , )

„Es ist Zeit, schreiend im Kreis zu laufen!“

Meine Familie wird heute Abend wieder hier aufschlagen und damit das nicht gleich wieder ausartet, habe ich den gestrigen und heutigen Tag genutzt, um die Wohnung wieder in ihren Urzustand zu versetzen.

Besonders schlimm sieht es zum Glück nicht aus, aber meiner pingeligen Mutter reichen sicher schon die Staubkörner auf ihrem Nachttisch um wieder mal an mir herumzukritteln.

Also aufräumen…ich hasse es.

Gestern habe ich mich endlich aufraffen können, das Schlafzimmer von Staub und Krümeln zu befreien. Nebenbei habe ich mal das eMail-Postfach abgefragt. 170 Nachrichten… man könnte glatt meinen, wir seien wichtig. Denkste! GMX, Spam und Newsletter; eine Urlaubsmail, eine von Mas Cheffin und eine Einladung zum nächsten Kakteentreffen in Oschatz – spannend.

Aber gut, es geht mich ja nichts an.

Danach waren die Monstervögel dran. Ich kann mir wirklich schöneres Vorstellen, als Vogelsand (der sich natürlich zur Hälfte auf dem Boden wiederfand) umzufüllen und Gitterstäbe von Daunen zu befreien…war ja klar, dass die Viecher ausgerechnet dann wie bekloppt mausern, wenn ich die Verantwortung hab und den Mist wegmachen muss.

 

Am Abend dann ein letztes Mal Pflanzen gießen – ich glaube, ich hab zwei Stück umgebracht und die Orchideen sehen auch nicht so ganz gut aus. Na ja, meine Mutter hat ja gewusst, dass ich davon keine Ahnung habe (sie wird mich natürlich trotzdem verbal killen).

 

Heute Morgen um halb sieben hätte ich den bescheuerten Hausmeister der Grundschule, der ich gegenüber wohne, erst mal umlegen können. Fängt der doch tatsächlich zu nachtschlafender Zeit an, den Rasen zu mähen! Hat mich natürlich aufgeweckt und nachdem es auch nach fünf Minuten noch nicht aufhörte, stand ich fluchend auf um das Fenster zu schließen…zehn Minuten später war Ruhe.

Drei Stunden später, ich war gerade so sachte am aufwachen, wurde ich wieder gewaltsam herausgerissen. Zuerst klingelte das Telefon, das ich geflissentlich ignorierte, aber als dann auch noch mein Handy losbimmelte, hatte ich den Tag schon satt.

Es war der Träger vom FSJ; sie wären gerade dabei die Unterlagen zu sortieren und zu sichten und von mir wäre noch nichts dabei – ach nee, hab den Kram ja erst gestern losgeschickt.

Schlafen konnte ich dann natürlich auch nicht mehr, also habe ich mich aus dem Bett gequält.

Überraschenderweise packte mich dann die Arbeitswut. Ein bekannter Spruch besagt ja, man solle sich dann lieber still in eine Ecke setzen und warten, bis der Anfall vorbei wäre. Ich hatte heute allerdings genug zu tun, also nutzte ich den Elan und machte mich daran, das Wohnzimmer zu entmüllen.

 

Klo sauber machen ist bäh! Eigentlich ist es ja ganz unkompliziert…man nehme die Kloente, knalle damit ne ordentliche Ladung Reiniger unter den Rand, warte fünf Minuten und beseitige den Rest Dreck mit der Klobürste. Okay, im großen Bad war auch kein weiteres Problem. Im kleinen Gäste-WC war es dagegen doppelt eklig. Kaum hatte ich angefangen, zu schrubben, fing es an widerlich zu riechen, mir wäre fast mein nichtvorhandenes Frühstück wieder hoch gekommen. Zum Glück haben wir genug Allesreiniger im Haus und der riecht ziemlich stark nach Zitrone – also ein Schuss davon ins Klo und schon war es erträglich (ich hoffe einfach mal, dass ich in meiner zukünftigen WG nicht allzu oft mit Klodienst dran bin; lieber bringe ich Müll runter und wasche Geschirr ab).

Apros pos Geschirr…die Küche sah auch schon mal besser aus.

Dann kam der Anruf meines Vaters, sie würden gegen fünf hier ankommen.

Gegen fünf?! Verdammt!

Pause ist gestrichen, jetzt ist die Küche dran!

Zwanzig Minuten später bin ich fertig…mit der Küche und den Nerven.

Aus dem Biomüll kamen mir kleine eklige Obstfliegen entgegen und der Plastikmüll lief fast über. Schnell alles nach unten gebracht; dann konnte ich mich endlich dem Geschirr widmen, das schon seit Tagen auf den Abwasch wartet. Mmmh, lecker, eingebrannter Milchreis und ein Teller mit leicht angekrustetem Ketchup…zum Glück hatte ich bis dato noch nichts gegessen!

 

Vielleicht sollte ich noch mal einkaufen gehen? Der Kühlschrank sieht ziemlich leer aus…

Ach, egal, ist ja nicht mein Problem!

Jetzt fehlen nur noch meine eigenen Viecher, aber da die Teil meines Zimmers sind, mache ich die später.

Ach ja, ich darf nicht vergessen, meinen Zimmerschlüssel einzufordern, sonst könnte es eventuell peinlich werden, wenn Erwan am Sonntag kommt.

 

Ich bin sowieso gespannt, was meine Mutter sagen wird, wenn ich ihr verkünde, dass Erwan natürlich mit mir in meinem Bett schlafen wird und keinesfalls auf dem Sofa oder dem Gästebett (das Gestell ist ohnehin extrem wackelig).

Aber erst mal sehen, vielleicht nimmt sie es ja ganz entspannt auf…

 

Extreme Aufräuming Gesamtbilanz:

  • gesäuberte Zimmer: 6
  • benötigte Zeit: 5,5 Stunden
  • momentaner Panikpegel: 4/10 (ja, ich bin ein wenig angespannt!)
  • abgestorbene Pflanzen: 2,5
  • gestorbene Tiere: 0 (Glück gehabt)
  • weggewischte Flecken auf Boden und Tischen: 15
  • Spaßfaktor: 0/10

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